Vom Libanon nach Deutschland

Mohamad Dahboul kam als Bauingenieur vom Libanon nach Deutschland

Eine neue Heimat für einen erfahrenen Bauingenieur

Bauingenieure sind Mangelware in Deutschland: Auf fünf offene Stellen kommt gerade einmal ein arbeitssuchender Bauingenieur. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) durchgeführt wurde. Diese Personalengpässe lassen sich nicht nur durch angehende Studienabsolventen kompensieren.

Unternehmen müssen auf andere Lösungen setzen, wie die Suche nach Bauexperten im Ausland. Dabei lohnt sich vor allem der Blick in den Libanon, ein Land, in dem die Top-Universitäten des Nahen Ostens und der arabischen Welt zuhause sind. Unterstützen kann hierbei das German Academic Development Center (GADC), eine gemeinnützige Gesellschaft zur Rekrutierung qualifizierter Uniabsolventen aus dem Libanon. Über dieses Vermittlungsprogramm konnte die ahc GmbH Mohamad Dahboul als neuen Kollegen gewinnen. Warum er sich für eine berufliche Karriere in Deutschland entschieden hat, wie ihm das GADC dabei geholfen hat und weshalb seine Wahl auf die ahc GmbH als Arbeitgeber fiel, berichtet er in diesem Interview.

Seit wann bist du in Deutschland?

Noch gar nicht so lange. Im August 2021 bin ich nach Deutschland gekommen.

Warum hast du dich für diesen Schritt entschieden?

Aus mehreren Gründen. Zunächst einmal war ich schon immer ein Fan von Deutschland. Deutschland ist ein Land, das ein Leben in Frieden, Freiheit und Sicherheit ermöglicht. Deutschland steht für Innovation und Spitzentechnologie. Vor allem die traditionsreiche Automobilindustrie mit weltbekannten Marken wie Mercedes-Benz hat mich schon als Kind sehr beeindruckt. Hinzu kam, dass ich mich persönlich und vor allem beruflich weiterentwickeln wollte. In meinem Heimatland habe ich dafür nur begrenzte Möglichkeiten gesehen.

Wieso?

Der Libanon ist einfach zu klein für die vielen hochqualifizierten Uniabsolventen. Während Deutschland händeringend nach Fachkräften im Bereich Ingenieurwesen sucht, suchen viele libanesische Ingenieure interessante Jobs mit Entwicklungspotenzial im Ausland. Genau diese beiden Seiten bringt das German Academic Development Center zusammen.

Wie bist du auf das GADC aufmerksam geworden?

Zufällig über eine Anzeige. Ich habe damals als Bauingenieur bei HOMAN Engineering gearbeitet, einem Generalunternehmer, der Bauprojekte im Bereich Infrastruktur, Trinkwasser- und Abwasserpumpstationen in Afrika und im Nahen Osten umsetzt. Das Unternehmen war super und mein Job hat mir Spaß gemacht. Aber die Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Rahmen des GADC-Programms haben mich sehr gereizt, Deutschland als Standort sowieso. Daraufhin habe ich mich als einer von über 1.000 Kandidaten beworben.

Wow, das sind eine Menge Bewerber. Was genau hat dich an dem Programm gereizt und wie ging es nach der Zusage weiter?

Zum einen die Kooperationspartner des GADC, wie die Deutsche Botschaft in Beirut, die RWTH Aachen, die Ingenieurskammer Baden-Württemberg; nur um einige zu nennen. Zum anderen auch das internationale Karrieresprungbrett, welches das Programm bietet. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Als mich dann die Zusage erreicht hat, habe ich mich riesig gefreut.

Im August vergangen Jahres ging es dann nach Aachen. Hier wartete ein ca. sechsmonatiges Programm auf mich bestehend aus Deutschkursen, fachorientierten und kulturellen Workshops sowie Karriere- und Personalberatung. Das GADC hat mich wirklich bestmöglich auf den Jobeinstieg hier in Deutschland vorbereitet.

Und dann kam ahc. Warum hast du dich für ahc als Arbeitgeber entschieden?

Mir war von Anfang an klar, dass ich mein fachliches Wissen als Bauingenieur um Projektmanagement-Kenntnisse vertiefen wollte. Eine Möglichkeit, die mir ahc als inhabergeführte Unternehmensberatung mit Fokus auf Projekt- und Prozessmanagement bietet. Außerdem hat mich das Kundenportfolio schwer beeindruckt. Unsere Kunden sind namhafte Unternehmen aus den Branchen Automotive, Bau, Maschinenbau und Schiene.

Aber der wirklich entscheidende Punkt neben all dem war die sehr angenehme und familiäre Atmosphäre, die ich in meinen Vorstellungsgesprächen erleben durfte. Eine Atmosphäre, die ahc meiner Meinung nach auszeichnet. Von Beginn an wurde ich perfekt unterstützt – angefangen bei der Wohnungssuche bis hin zu Fragen rund um das deutsche Steuersystem, was für mich ein echter Kulturschock war. lacht

Ich konnte und kann mich auch heute noch, selbst am Wochenende, bei meinen Ansprechpartnern melden. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass du als Mensch deinem Arbeitgeber wichtig bist. Das finde ich nicht selbstverständlich. Daher möchte ich mich an dieser Stelle besonders bei Sophia Hatzelmann und Alexander Scholz bedanken, die mir geholfen haben, hier in Deutschland und in meinem aktuellen Projekt anzukommen.

Es freut uns sehr zu hören, dass du dich bei ahc wohlfühlst. Apropos Projekt, erzählst du uns abschließend noch etwas darüber?

Gerne. Ich bin als Teilprojektleiter für ein großes Bauvorhaben aus dem Automobilbereich im Raum Berlin-Brandenburg tätig. Hier kümmere ich mich um die Kostenkontrolle verschiedener Bereiche wie zum Beispiel MEP (Mechanical, Electrical and Plumbing Engineering). Das bedeutet: Auf Basis der Bauentwürfe, Ausführungspläne etc. analysiere und prüfe ich die von den umsetzenden Gewerken veranschlagte Menge der Brandschutzrohre. Gleiches mache ich auch im Bereich des Stahlbetons. Hierdurch lassen sich für unseren Auftraggeber Einsparpotenziale im sechsstelligen Bereich erzielen. Ein Job, der mir extrem viel Spaß macht, da ich neben meinem bautechnischen Wissen auch meine Fähigkeiten als Projektmanager einbringen und weiterentwickeln kann.

Das ist auch etwas, was ahc als Arbeitgeber sehr wichtig ist. Deshalb investiert ahc auch kontinuierlich in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, wie zum Beispiel in die GPM-Zertifizierung, die ich gerade auch durchlaufe.

Vielen Dank für das Interview, Mohamad! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Spaß bei ahc.